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Kaufnebenkosten beim Hauskauf: Der vollständige Überblick

Grunderwerbsteuer, Notarkosten, Makler: Was kostet ein Hauskauf wirklich? Alle Kaufnebenkosten nach Bundesland mit Beispielrechnungen und Spartipps.

hypotech Redaktion8. Januar 202512 Min. Lesezeit

Inhalt

  • Die unterschätzten Kosten beim Immobilienkauf
  • Die vier Kostenblöcke im Überblick
  • Grunderwerbsteuer nach Bundesland
  • Notar- und Grundbuchkosten
  • Maklerprovision: Das müssen Käufer wissen
  • Weitere Nebenkosten, die oft vergessen werden
  • Beispielrechnung: So teuer wird es wirklich
  • Tipps zur Reduzierung der Kaufnebenkosten
  • Ihr nächster Schritt: Gesamtkosten kalkulieren
  • Häufige Fragen zu Kaufnebenkosten

Die unterschätzten Kosten beim Immobilienkauf

Sie haben Ihre Traumimmobilie gefunden und der Kaufpreis passt ins Budget? Gratulation - aber Vorsicht: Der Kaufpreis ist nicht alles. Die Kaufnebenkosten können schnell 10-15% des Kaufpreises ausmachen.

Bei einem Haus für 400.000 Euro bedeutet das zusätzliche Kosten von 40.000 bis 60.000 Euro - eine Summe, die viele Käufer unterschätzen. Diese Kosten müssen in der Regel aus dem Eigenkapital bezahlt werden, da Banken sie ungern mitfinanzieren.

In diesem Ratgeber erfahren Sie genau, welche Kaufnebenkosten auf Sie zukommen, wie sie sich je nach Bundesland unterscheiden und wo Sie möglicherweise sparen können.

Die vier Kostenblöcke im Überblick

Die Kaufnebenkosten setzen sich aus vier Hauptkomponenten zusammen:

KostenartAnteil vom KaufpreisPflicht?
Grunderwerbsteuer3,5% - 6,5%Ja
Notarkosten~1,5%Ja
Grundbuchkosten~0,5%Ja
Maklercourtage0% - 3,57%Nur bei Maklerkauf

Faustregel zur schnellen Kalkulation:

Rechnen Sie mit 10-12% ohne Makler oder 13-15% mit Maklerals Kaufnebenkosten. So haben Sie einen realistischen Puffer eingeplant.

Grunderwerbsteuer nach Bundesland

Die Grunderwerbsteuer ist der größte Posten unter den Kaufnebenkosten. Sie wird einmalig beim Immobilienerwerb fällig und ist je nach Bundesland unterschiedlich hoch.

Aktuelle Steuersätze 2025/2026

BundeslandSteuersatzBei 400.000 Euro
Bayern3,5%14.000 Euro
Sachsen3,5%14.000 Euro
Hamburg5,5%22.000 Euro
Baden-Württemberg5,0%20.000 Euro
Hessen6,0%24.000 Euro
Berlin6,0%24.000 Euro
Niedersachsen5,0%20.000 Euro
Rheinland-Pfalz5,0%20.000 Euro
Nordrhein-Westfalen6,5%26.000 Euro
Brandenburg6,5%26.000 Euro
Schleswig-Holstein6,5%26.000 Euro
Thüringen6,5%26.000 Euro
Saarland6,5%26.000 Euro

Rechenbeispiel: Bayern vs. NRW

Bei einem Kaufpreis von 500.000 Euro beträgt die Grunderwerbsteuer in Bayern 17.500 Euro, in NRW hingegen 32.500 Euro. Das sind 15.000 Euro Unterschiedallein bei dieser einen Position!

Wann wird die Grunderwerbsteuer fällig?

Die Grunderwerbsteuer wird wenige Wochen nach der notariellen Beurkundung vom Finanzamt per Bescheid angefordert. Sie muss bezahlt werden, bevordas Eigentum im Grundbuch umgeschrieben wird. Der Notar beantragt die Unbedenklichkeitsbescheinigung erst nach Zahlung.

Notar- und Grundbuchkosten

In Deutschland ist für jeden Immobilienkauf ein Notar erforderlich. Er beurkundet den Kaufvertrag, überwacht die Abwicklung und sorgt für die rechtssichere Eigentumsübertragung.

Was macht der Notar?

  • Kaufvertragsentwurf: Erstellt den rechtssicheren Vertrag
  • Beurkundung: Liest den Vertrag vor, beantwortet Fragen
  • Abwicklung: Überwacht Zahlungen und Fristen
  • Grundbuchanträge: Beantragt Eigentumsumschreibung und Grundschuld
  • Unbedenklichkeitsbescheinigung: Holt diese vom Finanzamt ein

Wie berechnen sich die Notarkosten?

Die Notargebühren sind im Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG)gesetzlich festgelegt und bundesweit einheitlich. Sie richten sich nach dem Kaufpreis (Geschäftswert):

Beispielrechnung bei 400.000 Euro Kaufpreis:

Beurkundung Kaufvertrag (2,0-fache Gebühr)~1.570 Euro
Vollzugstätigkeiten (0,5-fache Gebühr)~390 Euro
Betreuungsgebühr (0,5-fache Gebühr)~390 Euro
Beurkundung Grundschuld (1,0-fache Gebühr)~785 Euro
Auslagen, Kopien, Porto~100 Euro
MwSt. 19%~615 Euro

Notarkosten gesamt~3.850 Euro (~1,0%)

Grundbuchkosten

Zusätzlich fallen Gebühren für das Grundbuchamt an. Hier werden der neue Eigentümer und die Grundschuld der Bank eingetragen:

Grundbuchkosten bei 400.000 Euro:

Eigentumsumschreibung~785 Euro
Eintragung der Grundschuld~785 Euro

Grundbuchkosten gesamt~1.570 Euro (~0,4%)

Gut zu wissen:

Notar- und Grundbuchkosten sind nicht verhandelbar. Alle Notare müssen dieselben Gebühren berechnen. Die Auswahl eines Notars erfolgt daher ausschließlich nach Service, Erreichbarkeit und Verfügbarkeit.

Maklerprovision: Das müssen Käufer wissen

Wenn Sie eine Immobilie über einen Makler kaufen, wird eine Maklerprovisionfällig. Seit Dezember 2020 gilt dabei ein neues Gesetz, das Käufer schützt.

Das neue Provisionsgesetz (seit 12/2020)

Das Gesetz zur Teilung der Maklerprovision bringt für Käufer wichtige Vorteile:

  • Provisionsteilung: Käufer und Verkäufer teilen sich die Provision in der Regel hälftig
  • Deckel für Käufer: Der Käufer zahlt maximal so viel wie der Verkäufer
  • Nachweispflicht: Der Verkäufer muss seine Zahlung nachweisen, bevor der Käufer zahlen muss

Typische Provisionssätze

RegionGesamtprovisionIhr Anteil (Käufer)
Berlin, Brandenburg7,14% inkl. MwSt.3,57%
Hamburg6,25% inkl. MwSt.3,125%
Bayern, BaWü7,14% inkl. MwSt.3,57%
NRW, Hessen7,14% inkl. MwSt.3,57%

Rechenbeispiel:

Bei einem Kaufpreis von 400.000 Euro und 3,57% Käuferanteil beträgt Ihre Maklerprovision 14.280 Euro.

Wann fällt keine Maklerprovision an?

  • Kauf direkt vom Eigentümer: Privatverkäufe ohne Makler
  • Kauf vom Bauträger: Die Provision ist oft im Kaufpreis enthalten
  • Zwangsversteigerungen: Kein Makler involviert

Tipp zur Verhandlung:

Auch wenn die Provision gesetzlich geteilt wird: Fragen Sie den Makler nach Verhandlungsspielraum. Bei schwer verkäuflichen Immobilien oder wenn der Verkäufer dringend verkaufen muss, ist manchmal eine reduzierte Provision möglich.

Weitere Nebenkosten, die oft vergessen werden

Neben den klassischen Kaufnebenkosten gibt es weitere Kosten, die beim Immobilienkauf anfallen können. Diese werden häufig übersehen - planen Sie sie mit ein!

Gutachterkosten

Ein Wertgutachten vor dem Kauf kostet je nach Aufwand 500-1.500 Euro. Bei älteren Immobilien oder unsicherem Zustand ist es eine sinnvolle Investition.

Finanzierungskosten

Einige Banken verlangen eine Bereitstellungsprovision, wenn Sie das Darlehen nicht sofort abrufen. Zudem können Kosten für die Grundschuldeintragung und Kontoführung anfallen. Rechnen Sie mit 0,1-0,5% der Darlehenssumme.

Umzugskosten

Je nach Entfernung und Haushaltsgröße kosten professionelle Umzugsunternehmen 2.000-10.000 Euro. Selbst organisierte Umzüge sind günstiger, aber zeitaufwändiger.

Renovierung und Modernisierung

Auch bei gut erhaltenen Immobilien fallen meist Renovierungskosten an: Malerarbeiten, neue Böden, Küche, Bad. Kalkulieren Sie mindestens 5.000-20.000 Euro für Sofortmaßnahmen.

Anschlusskosten

Ummeldung von Strom, Gas, Wasser, Internet sowie ggf. neue Verträge und Kautionen. Bei Neubauten können auch Hausanschlüsse noch fehlen (mehrere tausend Euro).

Möbel und Einrichtung

Ein Eigenheim hat oft mehr Räume als die vorherige Mietwohnung. Neue Möbel, Gartengeräte, Werkzeug - diese Kosten summieren sich schnell.

Empfehlung:

Halten Sie nach dem Kauf eine Reserve von 10.000-20.000 Euro zurück. Unvorhergesehene Ausgaben kommen erfahrungsgemäß immer - eine defekte Heizung, ein undichtes Dach oder dringende Reparaturen.

Beispielrechnung: So teuer wird es wirklich

Lassen Sie uns die Kaufnebenkosten anhand konkreter Beispiele durchrechnen - einmal in einem günstigen und einmal in einem teuren Bundesland.

Beispiel 1: Haus in Bayern (mit Makler)

Kaufpreis: 450.000 Euro | Standort: München Umland | Mit Makler

Grunderwerbsteuer (3,5%)15.750 Euro
Notarkosten (~1,0%)4.500 Euro
Grundbuchkosten (~0,4%)1.800 Euro
Maklerprovision (3,57%)16.065 Euro

Kaufnebenkosten gesamt38.115 Euro (8,5%)

Beispiel 2: Haus in Brandenburg (mit Makler)

Kaufpreis: 450.000 Euro | Standort: Berliner Umland | Mit Makler

Grunderwerbsteuer (6,5%)29.250 Euro
Notarkosten (~1,0%)4.500 Euro
Grundbuchkosten (~0,4%)1.800 Euro
Maklerprovision (3,57%)16.065 Euro

Kaufnebenkosten gesamt51.615 Euro (11,5%)

Der Unterschied:

Bei gleichem Kaufpreis zahlen Sie in Brandenburg 13.500 Euro mehrKaufnebenkosten als in Bayern - fast ein Kleinwagen! Der größte Teil davon ist die höhere Grunderwerbsteuer.

Tipps zur Reduzierung der Kaufnebenkosten

Einige Kaufnebenkosten sind unvermeidbar, aber es gibt Möglichkeiten, die Gesamtkosten zu reduzieren:

1Direktkauf vom Eigentümer

Ohne Makler sparen Sie 3-4% des Kaufpreises. Nutzen Sie Immobilienportale mit Filter für Privatangebote oder lokale Zeitungsanzeigen.

2Bewegliches Inventar separat kaufen

Einbauküche, Markisen oder Gartenhäuser können separat im Kaufvertrag ausgewiesen werden. Auf diesen Teil fällt keine Grunderwerbsteuer an. Achtung: Der Wert muss realistisch sein und die Gegenstände müssen tatsächlich übernommen werden.

3Instandhaltungsrücklage prüfen (bei Eigentumswohnungen)

Die Instandhaltungsrücklage der WEG kann unter Umständen vom Kaufpreis abgezogen werden, wenn sie separat ausgewiesen wird. Dies reduziert die Bemessungsgrundlage für die Grunderwerbsteuer.

4Bundesland bei der Standortwahl berücksichtigen

Wenn Sie flexibel sind: Der Unterschied zwischen 3,5% und 6,5% Grunderwerbsteuer kann bei teuren Immobilien fünfstellige Summen ausmachen.

5Freibeträge für Ersterwerber nutzen

Einige Bundesländer diskutieren Freibeträge bei der Grunderwerbsteuer für Ersterwerber. Informieren Sie sich über aktuelle Regelungen in Ihrem Ziel-Bundesland.

Wichtige Warnung:

Versuchen Sie nicht, den Kaufpreis im Vertrag künstlich zu senken, um Grunderwerbsteuer zu sparen. Das ist Steuerhinterziehung und strafbar. Zudem prüft das Finanzamt verdächtig niedrige Kaufpreise.

Ihr nächster Schritt: Gesamtkosten kalkulieren

Sie kennen jetzt alle Kaufnebenkosten im Detail. Der nächste Schritt: Kalkulieren Sie Ihre Gesamtkosten und prüfen Sie, wie viel Eigenkapital Sie tatsächlich benötigen.

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Häufige Fragen zu Kaufnebenkosten

Wie hoch sind die Kaufnebenkosten beim Hauskauf?❯
Die Kaufnebenkosten betragen je nach Bundesland und ob ein Makler beteiligt ist zwischen 10% und 15% des Kaufpreises. Die größten Posten sind Grunderwerbsteuer (3,5-6,5%), Notar- und Grundbuchkosten (~2%) sowie ggf. Maklercourtage (bis 3,57% für den Käufer).
In welchem Bundesland ist die Grunderwerbsteuer am niedrigsten?❯
Bayern und Sachsen haben mit 3,5% die niedrigste Grunderwerbsteuer in Deutschland. Am höchsten ist sie in Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Saarland und Thüringen mit jeweils 6,5%.
Kann ich die Kaufnebenkosten mitfinanzieren?❯
Theoretisch ja, bei einer sogenannten 110%-Finanzierung. Dies ist jedoch nur bei sehr guter Bonität und überdurchschnittlichem Einkommen möglich. Die Zinsen sind deutlich höher. Empfehlung: Die Kaufnebenkosten sollten aus Eigenkapital bezahlt werden.
Wer zahlt die Maklercourtage - Käufer oder Verkäufer?❯
Seit Dezember 2020 gilt das Bestellerprinzip: Die Maklerprovision wird in der Regel hälftig geteilt. Der Käufer zahlt maximal so viel wie der Verkäufer. Bei einer Gesamtprovision von 7,14% (inkl. MwSt.) zahlt jede Partei also 3,57%.
Sind die Notarkosten verhandelbar?❯
Nein, die Notarkosten sind gesetzlich im Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG) festgelegt und nicht verhandelbar. Alle Notare in Deutschland müssen dieselben Gebühren berechnen. Die Höhe richtet sich nach dem Kaufpreis.
Welche Kosten kommen nach dem Kauf noch auf mich zu?❯
Nach dem Kauf fallen weitere Kosten an: Umzugskosten (2.000-10.000 Euro), Renovierung/Sanierung (variabel), neue Möbel und Einrichtung, Anschlusskosten für Strom/Gas/Internet, sowie laufende Kosten wie Grundsteuer und Gebäudeversicherung.
Kann ich Kaufnebenkosten steuerlich absetzen?❯
Bei selbstgenutztem Wohneigentum sind die Kaufnebenkosten nicht steuerlich absetzbar. Bei vermieteten Immobilien können Sie die Kaufnebenkosten hingegen als Anschaffungsnebenkosten über die Nutzungsdauer abschreiben.

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  • Die vier Kostenblöcke im Überblick
  • Grunderwerbsteuer nach Bundesland
  • Notar- und Grundbuchkosten
  • Maklerprovision: Das müssen Käufer wissen
  • Weitere Nebenkosten, die oft vergessen werden
  • Beispielrechnung: So teuer wird es wirklich
  • Tipps zur Reduzierung der Kaufnebenkosten
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  • Häufige Fragen zu Kaufnebenkosten